Nach dem Logistik-Weltmeister-Titel: Deutschland wird auch KEP-Europameister

Dreimal in Folge Weltmeister, dreimal in Folge Europameister. Wovon alle Fußballfans träumen, ist nun für die Logistikbranche in Deutschland Realität. Aber eines nach dem anderen …

Der Weltmeistertitel

Es ist gerade mal einen Monat her, da kürte die Weltbank bei ihrer alle zwei Jahre veröffentlichten Erhebung Deutschland zum Logistik-Weltmeister. Nach 2014 und 2016 war Deutschland damit auch in diesem Jahr Sieger nach dem Logistikleistungsindex (Logistics Performance Index; LPI). Dieser setzt sich aus sechs Hauptkategorien zusammen: Dienstleistungsqualität, Infrastruktur, Sendungsverfolgungsmöglichkeiten, dem Preisniveau internationaler Sendungen, Pünktlichkeit und Zollabfertigung. Jeweils bewertet von 1 bis 5 – wobei 5 das beste Level ist. Demnach erreichte Deutschland einen beeindruckenden Wert von 4,20 (4,23 in 2016).

Nun darf man diesen Titel jetzt nicht überwerten, beruht dieser doch auf Einschätzungen und persönlichen Erfahrungen. Allerdings befragte die Weltbank dazu über 1.000 Logistikexperten auf dem ganzen Globus. Und in jedem Fall stellt diese Auszeichnung ein feines Marketingtool für Logistiker, Marketingstrategen und Politiker dar, die jetzt zwei Jahre mit dem „Logistik-Weltmeister-Land“ werben können.

Aber nicht nur Deutschland konnte die Experten überzeugen. Denn neu in der Top Ten sind jetzt zum Beispiel Japan und Dänemark, die jeweils einige Plätze überspringen konnten. Neuseeland, das Deutschland als wichtigsten EU-Handelspartner hat, konnte sich indes sogar von Platz 37 auf 15 hocharbeiten, während die USA ihren Platz unter den besten zehn Logistik-Ländern räumen musste und jetzt nur noch Platz 14 belegt.

Immer wichtiger werden – für diesen Index und natürlich auch für die Logistik selbst – die Punkte Cyber- und Umweltsicherheit. Hier haben Entwicklungsländer aus finanziellen Aspekten leider das Nachsehen, genau wie im Bereich der digitalen Infrastruktur.

Ein Problem, das jedoch für alle Länder gilt: Das Personal wird immer knapper. Große Industrienationen suchen insbesondere Lkw-Fahrer, wirtschaftlich schwächere Länder nach geeigneten Führungskräften.

Der Europameistertitel

Nicht auf Einschätzungen von Experten beruhend, ist der vor wenigen Tagen verliehene Europameistertitel im KEP-Segment allerdings höher zu bewerten. Denn dieser beruht ausschließlich auf harten Zahlen. So wurden nach dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Parcel Shipping Index des US-Unternehmens Pitney Bowes im vergangenen Jahr 41 Pakete pro Kopf in Deutschland verschickt – bei einem Gesamtvolumen von 3,4 Milliarden Stück. Berücksichtigung fanden hier alle Bereiche: B2B, B2C, C2B und das Endverbrauchergeschäft. Das Versandaufkommen hierzulande sei damit um sechs Prozent gestiegen, wie die Pitney-Bowes-Autoren herausstellten. Im Bereich KEP übertraf Deutschland damit – aus europäischer Sicht – Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen und Schweden. So wie in den vergangenen beiden Jahren.

Pakete (c) Pixabay - Ausschnitt

Die KEP-Branche boomt: 3,4 Milliarden Pakete waren im vergangenen Jahr in Deutschland unterwegs (c) Pixabay

Das höchste Paketaufkommen pro Kopf gibt es nach dem Index aber in Japan, das neben Australien, Brasilien, China, Indien, Kanada und den USA ebenfalls analysiert wurde. Hier kommt jeder Bewohner auf 76 Pakete im Jahr. Den höchsten Umsatz im Paketgeschäft weisen derweil die USA auf. 107 Milliarden US-Dollar werden dort in zwölf Monaten erzielt. Und größter Wachstumstreiber ist China. Die Volksrepublik weist eine Steigerung des Versandvolumens von 28 Prozent auf.

100 Milliarden Pakete im Jahr

Auch das weltweite Paketvolumen wurde ermittelt (nicht nur auf die 13 teilnehmenden Länder bezogen). Dieses liegt aktuell bei 74,4 Milliarden Sendungen. Das Unternehmen Pitney Bowes prognostiziert: 2020 werden weltweit rund 100 Milliarden Pakete verschickt. Wenn man bedenkt, dass das weltweite Paketvolumen im Jahr 2015 noch bei 31 Milliarden Paketen lag, ist diese Einschätzung sicherlich nicht übertrieben.

Wir von der HDS International Group verfolgen mit Spannung alle Trends und Entwicklungen in der Logistik – und beraten Sie gern bei der Planung und Umsetzung Ihrer Transporte. Natürlich auch vor dem Hintergrund immer steigender Paketvolumina und entsprechend immer größerer Lkw-Aufkommen.

Übrigens, um noch mal den Bogen zum Fußball zu machen: Dreimal in Folge konnte bisher noch keine Fußballnation Welt- oder Europameister werden. Am nächsten dran kommt hier vielleicht Spanien, das sich bei zwei aufeinanderfolgenden Europameisterschaften, 2008 und 2012, den Titel sichern konnte und „zwischendurch“, 2010, Weltmeister wurde. Deutschland hingegen ist zwar, genau wie in der Logistik, auch im Fußball dreimal Europa- und sogar viermal Weltmeister – allerdings liegen hier immer einige Jahre respektive Turniere zwischen den Erfolgen. 1972, 1980 sowie 1996 holte man sich den EM- und 1954, 1974, 1990 sowie 2014 den WM-Titel.

Über uns

Die HDS International Group verbessert seit über 13 Jahren die logistischen Prozesse ihrer Kunden, senkt Transportkosten und Emissionen. Über 1.000 Projekte haben wir erfolgreich begleitet. Wir verhandeln jährlich mehr als eine Milliarde Euro Frachtaufkommen und sind in den Bereichen der Rechnungsprüfung und Transparenzschaffung Marktführer in Europa. Über 100 mehrsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit langjähriger logistischer Expertise bilden unser Kapital.