Grüner Sprit

Die größte Containerschiff-Reederei der Welt will die Emissionen senken – und hat deshalb acht Frachter mit Methanolantrieb bestellt. Bis 2050 will Maersk klimaneutral werden.

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Die größte Containerschiff-Reederei der Welt will die Emissionen senken – und hat deshalb acht Frachter mit Methanolantrieb bestellt.©Pixabay

Um den CO2-Ausstoß ihrer Schiffe deutlich zu reduzieren hat die dänische Containerreederei Maersk jetzt acht große Schiffe bestellt, die auch mit „grünem“ Methanol fahren können. Einsatzbereit sollen die Containerschiffe ab 2024 sein. Sie haben ein Fassungsvermögen von jeweils rund 16.000 Standardcontainern (TEU) und sollen den CO2-Emissionen der Reederei um jährlich eine Million Tonnen reduzieren. 2020 lag der Ausstoß von Maersks Flotte bei insgesamt 33 Millionen Tonnen.
Von „grünem“ Methanol wird gesprochen, wenn der flüssige, farblose und leicht brennbare Alkohol nicht mithilfe fossiler Energieträger wie Kohle oder Gas, sondern mit Erneuerbaren Energien hergestellt wird. Auch lässt sich bei der Produktion CO2 direkt als Rohstoff nutzen. Manche Kritiker halten es allerdings für problematisch, dass Methanol im Antrieb dann doch wieder verbrannt wird und Kohlendioxid freigesetzt. Allerdings werden bei diesem Kraftstoff weniger Feinstaub oder andere Luftschadstoffe freigesetzt als bei Schiffsdiesel oder Schweröl.
Gebaut werden die neuen Schiffe nach Angaben der Reederei von dem südkoreanischen Unternehmen Hyundai Heavy Industries in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Schiffsmotorhersteller MAN ES. Mit Hyundai sicherte sich Maersk zudem per Vertrag eine Option auf vier weitere Containerschiffe mit Methanol-Antrieb ab 2025. Klima-Belastung durch große Frachter.
Vor drei Jahren hätten sie noch die hohen Kosten gescheut, erklärt Søren Skou, Chef von A.P. Moller-Maersk, aber inzwischen „wissen wir von unseren Kunden, dass sie Klimaneutralität von uns erwarten – und bereit sind, dafür zu zahlen. Die Hälfte unserer 200 Topkunden hat sich selbst konkrete Ziele für die Klimaneutralität gegeben. Darunter Weltmarken wie H&M, Amazon oder Microsoft. Ihre Ziele gelten auch für die Lieferkette, also für uns“.

Grünes Methanol

Der Schiffsverkehr trägt enorm zur Umweltverschmutzung und zum Klimawandel bei – nach einer Studie des französischen Forschungsinstituts Isemar auf globaler Ebene sogar mehr als der Flugverkehr. Es sei daher Zeit zu handeln, um die Herausforderungen beim Klima für die Branche anzupacken, erklärt der für die Dekarbonisierung bei Maersk zuständige Manager Morten Bo Christansen. Die Reederei reagiere damit auch auf das Bestreben ihrer Kunden, die Lieferketten „grüner“ zu machen. „Wir denken es ist der beste Weg, um eines Tages CO2-neutral unterwegs zu sein“, erläutert Christiansen. Ein Problem sei allerdings, die benötigten Mengen an Bio-Methanol zu beschaffen. „Doch wir werden es schaffen“, glaubt der Manager. Methanol sei als Kraftstoff in der Seeschifffahrt noch ein relativ neues und bislang wenig erprobtes Konzept. Allerdings habe die schwedische Behörde für See- und Binnenschifffahrt in einem Pilotprojekt ein existierendes Lotsenboot mit einem auf Methanolverbrennung umgerüsteten Dieselmotor ausgestattet und gute Erfahrungen gemacht. Bereits im Juni hatte Maersk erstmals ein 2100 Container fassendes Schiff mit Methanolantrieb bei der koreanischen Firma KSOE bestellt. Es soll Mitte 2023 in Betrieb gehen. Weil diese Bestellung einen zweijährigen Vorlauf hatte und man dort gesammelten Erfahrungen nutzen kann, habe man sich nun entscheiden, größere Containerschiffe mit Methanolantrieb zu bestellen, erklärte Christiansen.
Die neuen Schiffe kosten 15 Prozent mehr als herkömmliche Dieselaggregate. Auch der Treibstoff ist teurer. Und allein Maersk wird künftig 400.000 Tonnen grünes Methanol im Jahr brauchen, und sollte die alten Schiffe umrüsten, sogar noch viel mehr.
Gleichzeitig werden derzeit so viele Schiffe bestellt, wie seit zehn Jahren nicht. Viele Konkurrenten setzen dabei weiter auf konventionelle Antriebe. Die Tatsache, dass jeder Reeder schon bald eine Gebühr für die Verbrennung von Dieselkraftstoff an die internationale Schifffahrtsorganisation zahlen soll, scheint die Branche kaum zu beeindrucken.

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