Lkw-Fahrer-Mangel bedroht Versorgung

In Großbritannien sorgen fehlende Lastwagenfahrer bereits für leere Supermarktregale. Nun warnen deutsche Branchenverbände, dass Ähnliches bald in ganz Europa zu spüren sein werde, Durch den fehlenden Nachwuchs drohe ein „Versorgungskollaps“.

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Die Güterverkehrsbranche rechnet daher wegen eines Mangels an Lastwagenfahrern mit Störungen im Lieferverkehr. ©Pixabay

Im Vereinigten Königreich gibt es derzeit in vielen Branchen Engpässe. „Was in Großbritannien passiert, ist durch den Brexit beschleunigt. Ich gehe aber fest davon aus, dass wir in Westeuropa die gleiche Situation haben werden, nur etwas zeitversetzt“, prognostiziert Dirk Engelhardt vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung. „Wir warnen davor, dass wir auch in Westeuropa sehenden Auges in einen Versorgungskollaps laufen.“
In britischen Supermärkten kommt es derzeit immer wieder zu Engpässen bei verschiedenen Produkten. Auch Restaurants, Betriebe, Landwirte und sogar Klärwerke sind von Störungen in ihren Abläufen oder von Knappheit bestimmter Güter betroffen, da viele Betriebe um die wenigen Fahrer konkurrieren. Die britische Road Haulage Association schätzt den Mangel derzeit auf rund 100.000 Fahrer.
Während der Pandemie haben viele europäische Fahrer, etwa aus Polen oder Rumänien, Großbritannien verlassen und sind zu ihren Familien in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Dass viele von ihnen wohl nicht wieder zurückkehren werden, hat gleich mehrere Gründe. Einerseits ist seit dem Brexit die Freizügigkeit für EU-Arbeitskräfte vorbei, und es sind aufwendige und teure Visaverfahren notwendig. Andererseits werden aber auch in vielen anderen europäischen Ländern Fahrer benötigt, sodass die Anziehungskraft Großbritanniens schwindet. Neue Handelshürden und Kontrollen an der Grenze erschweren die Situation zusätzlich.
Auch in Deutschland fehlen dem Logistikexperten Engelhardt zufolge bereits zwischen 60.000 und 80.000 Fernfahrer – Tendenz steigend. Jährlich gingen rund 30.000 Fahrer in Rente, und nur rund 15.000 Nachwuchskräfte kämen nach. Die Güterverkehrsbranche rechnet daher wegen eines Mangels an Lastwagenfahrern auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern mit Störungen im Lieferverkehr.

Arbeitsmarkt leergefegt

Der Arbeitsmarkt sei teilweise „wie leergefegt“, warnt auch der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV). Sogar in der See- und Luftfracht seien Auswirkungen zu spüren, weil in Folge des Fahrermangels im Bereich der See- und Flughäfen immer wieder Kapazitäten fehlen. Die Logistiker warnen vor Versorgungsengpässen und „schwerwiegenden Auswirkungen auf die Volkswirtschaften Europas“. Der Verband räumt ein, dass der Fahrermangel vor allem mit zu geringen Löhnen zu tun habe. Doch auch jüngste Lohnsteigerungen hätten nichts an der Situation geändert. „Trotz nachhaltiger Lohnanpassungen steigt die Attraktivität des Berufsbilds nicht“, stellt DSLV-Präsident Mathias Krage fest. Die Entlohnung sei noch immer „auf einem zu geringen Niveau, als dass Lohnanpassungen den Abwärtstrend zügig stoppen könnten“.
Außerdem verletze „der zum Teil sehr schlechte persönliche Umgang an den Be- und Entladerampen von Industrie und Handel sowie der Airlines die Würde der Fahrzeugführer in einer Weise, die längst nicht mehr zu rechtfertigen ist“, klagt der Verband. So würden Fahrer zu oft zu Be- und Entladetätigkeiten beim Kunden herangezogen, weil diese am Personal sparen. Zudem seien die Parkplätze auf europäischen Autobahnen knapp, schlecht ausgestattet und teilweise unsicher. Und seit Mai dürfen Fahrer teilweise nicht mehr in ihren Fahrerkabinen schlafen. Zumindest bei der vorgeschriebenen wöchentlichen Ruhezeit von 45 Stunden müssen die Fahrer dann ein richtiges Bett aufsuchen. Die Fahrer – häufig aus Osteuropa – müssen dafür entweder nach Hause fahren oder nach einer Übernachtungsalternative suchen, sofern sie überhaupt vorhanden ist. „Die Politik hat mit dieser Maßnahme nicht gerade zur Verbesserung der Situation beigetragen“, kritisiert der DSLV-Präsident.
Die Probleme sind nicht neu. Trotzdem habe sich in den vergangenen Jahren weder im Fern- noch im Nahverkehr wirklich etwas getan. Nun trifft die Speditionsunternehmen das Nachwuchsproblem mit voller Wucht.

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