Pandemie, Krieg und Inflation

Steigende Energiepreise, Lieferkettenprobleme und die deutliche Eintrübung der Konjunktur belasten Unternehmen weltweit. Bis Mitte 2023 könnten viele Logistik- und Handelsunternehmen die Insolvenz drohen, prognostiziert eine kürzlich veröffentlichte Studie. Die Logistikbranche steht vor riesigen Herausforderungen.

Russlands Krieg gegen die Ukraine habe die Erholung des Welthandels von der Pandemie abgewürgt, stellt die Welthandelsorganisation fest. Auch die neuen Corona-Beschränkungen in China führen wieder zu Störungen in den Lieferketten vieler Unternehmen. Und bis Mitte 2023 könnten viele Logistik- und Handelsunternehmen die Insolvenz drohen, prognostiziert eine kürzlich veröffentlichte Studie der Creditreform Rating Agentur, die Ausfallrate werde voraussichtlich bei rund 1,45 Prozent liegen. Dies entspräche rund 30.000 Betrieben. Das Risiko einer Insolvenz werde in den kommenden Monaten signifikant steigen, besonders kleinere und mittelständische Unternehmen sowie die Straßengüterindustrie seien bedroht.

Steigende Ausfallraten

Eine Ausfallrate von 2,4 Prozent verzeichnet die Straßengüterindustrie bereits in diesem Jahr. Damit ist sie schon jetzt Spitzenreiter aller Branchen, und für 2023 erwartet man noch einmal nun einen weiteren deutlichen Anstieg. Denn die seitdem Ukraine-Krieg stark verteuerte Energie belasten deutsche Unternehmen im Bereich Logistik und Verkehr. „Die hohen Energiepreise zwingen die Logistikbranche in die Knie“, warnt der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Die Gründe für die prognostizierten Ausfallraten sind vielfältig: Durch den Krieg zwischen der Ukraine und Russland sind die ohnehin schon durch die Pandemie schon belasteten Lieferketten noch einmal unterbrochen worden. Die Folge sind steigende Energie- und Lebensmittelpreise, die Inflation steigt.
Gleichzeitig gibt es Daten, die nahelegen, dass der internationale Handel inzwischen wieder runder läuft als in den vergangenen beiden Jahren. Das augenfälligste Indiz aus deutscher Sicht ist, dass sich der Stau von Containerschiffen in der Deutschen Bucht aufzulösen beginnt: Warteten vor zwei Monaten noch 19 Schiffe vor Bremerhaven und Hamburg, so sind es nach Angaben des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) im Oktober noch 12 und die Tendenz ist fallend.
Außerdem sanken die Kosten für Container und Schiffe wieder. Die Corona-Pandemie hatte seit 2020 den globalen Warenverkehr durcheinandergewirbelt – die Verfügbarkeit von Frachtkapazität sank, die Nachfrage insbesondere nach Gütern aus Fernost stieg. Die Frachtraten stiegen zwischenzeitlich teilweise auf das Zehnfache der viele Jahre üblichen Transportkosten.

Leichte Entspannung

Dass es gegenwärtig im Welthandel etwas runder läuft, bestätigt auch Vincent Stamer, Handelsexperte am IfW. „In den vergangenen Monaten gab es zunehmend Zeichen der Entspannung: „Der Global Supply Chain Pressure Index beispielsweise misst das Ausmaß der globalen Lieferengpässe und ist seit Beginn des Jahres merklich gefallen.“

Die sinkenden Frachtraten erklärt er mit dem aktuell veränderten Konsumverhalten in Europa. „Ausgelöst durch Rezessionsängste und Inflation scheint die Nachfrage nach Konsumgütern aus Fernost zurückzugehen. Ein Rückgang dieser Importe zeigt sich dann auch in einem Rückgang der Transportkosten auf diesen Routen, weil weniger Güter transportiert werden müssen“, analysiert Stamer.

Geänderte Einkaufswege

Inzwischen haben aber auch viele Unternehmen ihre Einkaufswege geändert oder diversifiziert. Das hatte das Münchener Ifo-Institut in einer Umfrage in diesem Sommer festgestellt: Fast 90 Prozent der deutschen Industriebetriebe haben so bereits auf die globalen Lieferkettenprobleme reagiert.

Zwar hätten nur rund 13 Prozent der Firmen bislang ausgelagerte Produktionsprozesse wieder ins eigene Unternehmen eingegliedert. Doch 68 Prozent der Unternehmen erhöhten ihre Lagerbestände. 65 Prozent stellten ihre Beziehungen breiter auf, indem sie die Zulieferbasis durch neue Lieferanten und Bezugsquellen erweitern. „Wir beobachten unterschiedliche Strategien bei kleinen und großen Firmen“, erläutert Andreas Baur vom Ifo-Institut. Große Unternehmen seien aktiver als kleine und mittlere. Sie hätten vor allem Strukturen diversifiziert und ihre Lieferketten stärker überwacht. Kleine und mittlere Firmen setzten dagegen eher auf eine verstärkte Lagerhaltung. Allerdings sind für deutsche Firmen nicht alle Herausforderungen aus der Welt: Sie müssen nun vor allem hohe Energiekosten und eine schwache Nachfrage bewältigen“, resümiert Handelsexperte Stamer.

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Jens Theophort

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