Godot kommt – und zwar früher: Senkung der Trassenpreise ist erfolgt

Schnelligkeit ist eine Eigenschaft, die man nicht gerade mit politischen Entscheidungen verbindet. Auch nicht mit den grundlegendsten – wie einer Regierungsbildung zum Beispiel …

Manchmal ist man in diesen Zusammenhängen an Samuel Becketts absurdes Theaterstück „Warten auf Godot“ erinnert. Hier warten die Protagonisten Estragon und Wladimir – an einem kahlen Baum einer Landstraße – auf einen Unbekannten. Das einzige, was sie wissen, ist sein Name. Auch vorbeikommende Passanten können nicht helfen, sie stiften eher Verwirrung. Nur ein ängstlicher, scheinbar von Godot selbst entsandter Botenjunge weiß Bescheid. Sein Beteuern, Godots Ankunft verzögere sich nur, er komme ganz bestimmt, ist aber illusorisch: Godot kommt nicht. Nie. Die Handlung läuft ins Leere.

Trassenpreise nahezu halbiert

Dass Politik auch anders gehen kann, zeigt nun die weitaus früher als erwartet beschlossene Trassenpreissenkung im Güterverkehr. Eigentlich erst für 2019 angekündigt, wird diese noch 2018 umgesetzt. Und zwar ab jetzt. Seit 1. Juli, dem Maut-Stichtag, gilt diese.

175 Millionen Euro hat der Haushaltsausschuss des Bundestages für die Senkung der Trassenpreise abgesegnet. Die Trassenpreise werden dadurch nahezu halbiert – und die Bahn im Bereich des Gütertransportes wieder konkurrenzfähig zum Lkw.

Eile war aber auch geboten, rutschte der Marktanteil des Schienengüterverkehrs doch zuletzt sogar unter die 17-Prozent-Marke. Von 17,7 Prozent in 2016 auf 16,9 Prozent in 2017 (siehe Tabelle).

Quelle (Basis): BMVI, Destatis

Die Senkung der Trassenpreise soll der erste Schritt Richtung 50 Prozent Güterbahn-Nutzung sein – Quelle (Basis): BMVI, Destatis

Die Trassenpreissenkung soll aber erst der Anfang sein: Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung sind noch viele weitere Richtungsentscheidungen für eine Stärkung des Schienengüterverkehrs festgehalten. Man spricht vom „Masterplan Schienengüterverkehr und Elektromobilität“. In diesem berücksichtigt sind unter anderem: Ertüchtigung des Schienennetzes für den Betrieb von 740 Meter langen Güterzügen, Elektrifizierung des Schienennetzes, Senkung der Stromsteuer und EEG-Umlage, Automatisierung im Bereich Rangieren und Kuppeln, Aus- und Weiterbildungsoffensiven oder auch Privilegien wie eine Maut-Befreiung für Fahrzeuge im Vor- und Nachlauf zur Schiene zur Forcierung eines kombinierten Verkehrs.

Den gesamten Masterplan des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt es hier.

Der Druck der Intermodalität

Hierzu die Bundesregierung: „Für den Schienengüterverkehr bedeutet die Umsetzung der Maßnahme eine spürbare Verringerung der Kosten und eine nachhaltige Stärkung. Die Maßnahme ist für die Güterbahnen wirtschaftlich von hoher Bedeutung und zeitkritisch, weil die Unternehmen unter erheblichem intermodalen Wettbewerbsdruck stehen. Bereits existierende Verkehre, die dem Risiko unterliegen auf andere Verkehrsträger verlagert zu werden, können durch die Entlastung nachhaltig stabilisiert und für die Schiene gesichert werden. Zudem werden Anreize für neue Verkehre auf der Schiene gesetzt.“

Ziel bis 2050 ist es übrigens, den logistischen Marktanteil der Bahn auf 50 Prozent zu pushen.

Estragon: „Was sollen wir jetzt machen?“
Wladimir: „Wir warten …“
Estragon: „Ach ja.“
Schweigen.

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