Die Geschichte der Tarifverträge in der Logistik

Tarifverträge sind ein wichtiges Mittel für mehr Gerechtigkeit in der Wirtschaft und für eine faire Entlohnung der Arbeitnehmer – auch in der Logistik. Doch seit wann gibt es sie überhaupt und wer arbeitet sie aus?

Die ersten Tarifverträge in der Logistikbranche

Die ersten Tarifverträge in der Logistik wurden durch die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) ausgearbeitet. Diese Gewerkschaft existiert heute nicht mehr.

Die ÖTV wurde 1949 auf einem Treffen in Stuttgart gegründet. Im Gegensatz zur Vorkriegsgewerkschaft Öffentliche Dienste und Verkehr vertrat sie weder Postangestellte (die sich der Deutschen Postgewerkschaft anschlossen) noch Handelsangestellte, war aber dennoch die zweitgrößte Gewerkschaft in Westdeutschland. Bis 1951 zählte sie 785.000 Mitglieder und schloss in den 1950er Jahren zahlreiche Tarifverträge mit Ländern und Kommunen ab. Sie schloss sich sowohl der Internationalen Transportarbeiter-Föderation als auch der Internationale der Öffentlichen Dienste an.

Im Jahr 1994 wurde die Gewerkschaft umstrukturiert und ihre 41 Abteilungen in sechs Sektionen zusammengefasst. Im Jahr 1998 hatte sie knapp 1,6 Millionen Mitglieder. Sie begann, eng mit der Deutschen Angestelltengewerkschaft (DAG) zusammenzuarbeiten und fusionierte 2001 mit der DAG, der Deutschen Postgewerkschaft, der Gewerkschaft Medien und der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen zur Gewerkschaft Ver.di.

ver.di – Die neue Interessenvertretung für Arbeitnehmer in der Logistikbranche

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wurde am 19. März 2001 durch den Zusammenschluss der fünf genannten Einzelgewerkschaften gegründet und ist Mitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Mit rund zwei Millionen Mitgliedern ist Verdi nach der IG Metall die zweitgrößte deutsche Gewerkschaft. Sie beschäftigt derzeit rund 3000 Mitarbeiter in Deutschland und verfügt über ein jährliches Beitragsaufkommen von rund 454 Millionen Euro. Die Gewerkschaft ist in 10 Landesbezirke und 13 Fachbereiche unterteilt und wird von einem 14-köpfigen Bundesvorstand geleitet.

Tarifverhandlungen & Tarifverträge durch ver.di

Verdi setzt sich dafür ein, mit Hilfe von Tarifverträgen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Logistikbranche (und in anderen Branchen) zu sichern und zu gestalten. Verdi hat sich in der Vergangenheit mehrfach für den Erhalt der Tarifeinheit eingesetzt und unterstützt aktiv die Durchsetzungsfähigkeit der Beschäftigten und die Akzeptanz von Tarifverhandlungen. Alle Versuche, das Streikrecht der Beschäftigten zu verändern, wurde durch ver.di zurückgewiesen. Die Gewerkschaft kündigte an, gegen entsprechende gesetzliche Einschränkungen vorzugehen, auch mit Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht.

Verdi setzt sich im Rahmen ihrer Tarifpolitik insbesondere für die Gleichstellung von Männern und Frauen ein. Gender Mainstreaming spielt zudem eine Rolle bei der Zusammensetzung des gewerkschaftseigenen Vorstands. Ein weiteres Ziel der Verdi-Tarifpolitik ist die Angleichung der Löhne und Renten in den alten und neuen Bundesländern.

Die Tarifpolitik von Verdi hat vor allem durch die Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst große mediale Aufmerksamkeit erregt. Die dadurch erzielten Erfolge konnten in anderen Branchen wiederholt werden. So führte ver.di beispielsweise im Jahr 2015 eine Reihe von Streiks bei der Deutschen Post durch, bei denen es um Gehaltsfragen und Pläne für eine neue Paketsparte ging. Diese Arbeitsniederlegungen, von denen eine vier Wochen dauerte, kosteten das Unternehmen damals 100 Millionen Euro.

Aktueller Tarifvertrag Logistik

Der aktuelle, durch ver.di ausgehandelte Tarifvertrag Logistik sieht einen Mindestlohn von 12,69 Euro pro Stunde in der Branche vor, was ein Mindestmonatseinkommen von 1.979 Euro brutto entspricht. Der Tarifvertrag schützt die Gewerkschaftsmitglieder davor, zu wenig zu verdienen, da der gesetzliche Mindestlohn mit derzeit 10,45 Euro pro Stunde deutlich niedriger liegt.

 

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