Schifffahrt 2018: Förderungen, Forschungsprojekte und ein bisschen Star Trek

Bahn und Schiff: Im aktuellen Haushalt des Bundestages findet sich nicht nur eine Trassenpreissenkung für den Güterverkehr in Höhe von 175 Millionen Euro (wir berichteten), auch die Schifffahrt wird mit Förderungen bedacht. Und mit Forschungen, die Erinnerungen an „Star Trek“ aufkommen lassen – doch dazu am Ende des Artikels mehr …

Die Schifffahrt hierzulande respektive deutsche Häfen haben sicherlich eine Zuwendung nötig, verloren deutsche Hubs in den letzten Jahren doch konstant an Wachstum – gerade im internationalen Vergleich. So hat Hamburg seit 2013 jedes Jahr im Schnitt 1,2 Prozent an Aufkommen eingebüßt, Bremerhaven sogar 1,4 Prozent, wie das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik für die Deutsche Verkehrs-Zeitung untersucht hat. Rotterdam zum Beispiel konnte in diesem Zeitraum hingegen einen jährlichen Zuwachs von 4,3 Prozent verbuchen.

Umfangreiche Förderungen für die Schifffahrt

Dem entgegenwirken soll jetzt ein parallel zur Trassenpreissenkung beschlossenes Förderprogramm für Innovative Hafentechnologien. Bis 2025 sollen dafür 22 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Im Haushalt 2018 ist zudem eine weitere Förderung festgehalten: 14 Millionen Euro für umweltfreundliche Bordstrom- und mobile Landstromversorgung von See- und Binnenschiffen. Zudem sollen 3,5 Millionen Euro für das „Digitale Testfeld Häfen“ zur Verfügung stehen. Schließlich soll die Friesenbrücke über die Ems eine Zuwendung von 15 Millionen Euro erfahren – für den Bau einer Drehbrücke, damit 20 bis 50 ganztägige Betriebsunterbrechungen pro Jahr entfallen.

Ob die umfangreichen Förderungen aber auch monetär ausreichend sind, darf jedoch angezweifelt werden.

Elbedome (c) Fraunhofer IFF, Viktoria Kühne

Augmented Reality und Hologramme: der Elbedome des Fraunhofer IFF (c) Fraunhofer IFF, Viktoria Kühne

Futuristisches Forschungsprogramm …

Flankierend hierzu startet das europäische Forschungsprojekt „PortForward“, das insbesondere kleinen und mittleren Häfen zugutekommen soll. Bis 2021 erarbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Häfen aus sechs europäischen Ländern Konzepte, mit denen Hafenbetreiber modernste digitale Technologien einsetzen können. Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland, Großbritannien und Norwegen sind dabei.

Es soll dafür eine modulare Plattform aufgebaut werden, die es den Hafenbetreibern erlaubt, innovative Technologien und Dienstleistungen zu nutzen. Das Projekt erhält fünf Millionen Euro aus dem europäischen Forschungsrahmenprogramm „Horizont 2020“. Mit dem Hafen Magdeburg ist hieran auch ein deutscher Binnenhafen beteiligt, der eng mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) zusammenarbeitet. Die Forscher wollen digitale Lösungen entwickeln, die vor allem die Lagerhaltung und die Logistik auf dem Hafengebiet unterstützen. Das Fraunhofer IFF wird bei der Entwicklung sein Know-how auf dem Gebiet der digitalen Vernetzung, Sensorik und des Internets der Dinge einbringen. Letzteres erfolgt im Mai dieses Jahres wiedereröffneten Elbedome, einem Mixed-Reality-Labor des Fraunhofer IFF. Hier sollen Informationen aus dem Internet der Dinge in Virtual-Reality-Szenarien dargestellt werden.

… mit holografischen Darstellungsmöglichkeiten

Aber wie kann man sich das vorstellen, dieses Labor? Nun, es hat die Form einer halbierten Kugel. 16 Meter im Durchmesser, vier Meter in der Höhe. Hier werden virtuelle Inhalte auf einer 360-Grad-Panorama- und Bodenfläche hochaufgelöst dargestellt (siehe Bild). Mit Hilfe von Augmented-Reality-Brillen kann das sogar holografisch geschehen. Und aufgrund der riesigen Ausmaße des Labors können auch große Objekte wie zum Beispiel Maschinen, Anlagen, Fabriken oder eben Schiffe im Maßstab 1:1 dargestellt werden. Sogar ganze Städte sollen laut des Fraunhofer IFF möglich sein.

Ein bisschen wie auf dem Holodeck bei „Star Trek“, nur ohne Replizieren und Materialisieren. Frische Seeluft gibt es daher nicht in diesem Labor zu schnuppern. Und Drinks in der virtuellen Schiffsbar kann man leider auch nur gedanklich genießen. Captain Picard wäre enttäuscht.

Wir von der HDS International Group verfolgen mit Spannung alle Trends und Entwicklungen in der Logistik und unterstützen Sie gern bei der Planung und Umsetzung Ihrer Seefracht.

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