Ukraine-Krieg verschärft Logistikprobleme

Wegen der Coronapandemie sind die globalen Lieferketten ohnehin noch gestört. Jetzt belastet der russische Angriff auf die Ukraine die weltweite Logistik noch einmal zusätzlich. Betroffen ist vor allem die Luftfracht, aber auch in der internationalen Schifffahrt wird mit massiven Einschränkungen gerechnet.

Die westlichen Airlines können derzeit den Luftraum über dem größten Staat der Erde nicht mehr nutzen, in der Luftfracht fallen die aus dem EU-Luftraum verbannten russischen Gesellschaften aus und Passagier- und Frachtflüge nach Asien müssen weitere südliche Routen nehmen, um den russischen Luftraum zu vermeiden. Nach Angaben von Lufthansa Cargo verlängern sich Flüge aus Mitteleuropa nach Japan, Korea und China teils um mehrere Stunden und können bis zu 20 Prozent weniger Fracht mitnehmen.
Als erste Gesellschaft zog die finnische Finnair ihren Geschäftsausblick 2022 wegen der Sanktionen zurück. Mit dem Umfliegen des russischen Luftraums seien die meisten Passagier- und Frachtflüge nach Asien nicht wirtschaftlich, sagte Finnair-Chef Topi Manner. An der Börse sackten Aktien von Lufthansa und dem Flughafenbetreiber Fraport ab. Die Sanktionen treffen die Airlines in einer Phase, in der sie sich gerade erst von den Einbrüchen in der Corona-Krise erholen.
„Die Wege nach Asien werden länger, die Kerosinkosten steigen, und die Kapazitäten sinken“, erklärt der Frankfurter Fracht-Experte Joachim von Winning. Außerdem könnten die Zulademöglichkeiten in Passagierjets trotz abflauender Corona-Krise absehbar nicht so schnell ausgeweitet werden, wie es zu Friedenszeiten zu erwarten gewesen wäre. Daher würden die ohnehin schon sehr hohen Frachtraten noch weiter steigen.
An den wichtigsten deutschen Fracht-Drehkreuzen Frankfurt und Leipzig ist bereits einige Ladung liegen geblieben, die eigentlich von Frachtern der russischen Volga-Dnepr-Group geflogen werden sollte. So sind am Flughafen Leipzig/Halle gleich drei Riesenfrachter vom Typ Antonov 124 der russischen Volga-Dnepr-Gruppe gestrandet. Für sie gelte wie für alle anderen russischen Maschinen nun das Flugverbot im Luftraum, sagte ein Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG. Zwei weitere Maschinen gleichen Typs dürfen hingegen aus Leipzig abheben, weil sie der ukrainischen Antonov Airlines gehören. Sie seien im Rahmen des Salis-Abkommens für NATO-Mitgliedstaaten im Einsatz, erklärte der Sprecher.
Gleichzeitig schätzten Experten gegenüber der „Deutschen Verkehrszeitung“ die Chancen der Volga-Dnepr-Group gering ein, die Flugverbote zu umgehen, indem Flugzeuge auf ihre britische oder die deutsche Tochtergesellschaft umgemeldet würden. Auch Luftfahrtexperte Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne ist überzeugt: „Die unterliegen klar den Sanktionen.“ Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte klargemacht, dass die EU-Luftraumsperre für alle Flugzeuge gilt, die Russen gehören, von ihnen kontrolliert werden oder die in Russland registriert sind.

Auch Frachtschifffahrt rechnet mit Problemen

Luftfahrtexperte Wissel sieht daher große geschäftliche Chancen für die großen arabischen Gesellschaften wie Emirates und Qatar, die bislang wie die Chinesen weiterhin den russischen Luftraum nutzen. Wegen der geografischen Lage ihrer Drehkreuze müssen sie auch die Verbindungen nach Fernost nicht ändern, während die US-Gesellschaften stärker auf die Pazifik-Routen umsteigen dürften. „Die Auswirkungen des Krieges auf den Luftverkehr sind gewaltig. Es wird sehr darauf ankommen, wie lange der Konflikt anhält“, stellt Wissel fest und prognostiziert stark steigende Kerosin-Preise.

Auch die Schifffahrt wird die Folgen des Krieges und der im Zuge dessen verhängten Sanktionen gegen Russland zu spüren bekommen. So rechnet der Hamburger Hafen mit Auswirkungen auf die Lieferketten und den Güterumschlag. „Der Handelsverkehr mit Russland ist zum Erliegen gekommen, im Moment sind alle ein wenig ratlos“, erklärt Jens Meier, der Chef der Hafenbehörde. In der Hansestadt gebe es viele Firmen, die seit Jahren mit Russland Handel trieben. Man könne nur die Hoffnung aussprechen, dass sich die Dinge wieder normalisierten und das Leid in der Ukraine beendet werde, so Meier.
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Jens Theophort

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